Die Bläßralle (Fulica Atra) ist ein weit verbreiteter und gut bekannter Wasservogel, der durch sein kontrastreiches Erscheinungsbild und sein selbstbewusstes Auftreten auffällt. Trotz ihrer Zugehörigkeit zu den Rallen wirkt sie auf den ersten Blick eher wie eine kleine Ente, zeigt jedoch im Verhalten deutlich ihre eigenständige, manchmal sogar streitlustige Natur.
Charakteristisch sind das tiefschwarze Gefieder, die auffällige weiße Stirnplatte und der ebenfalls helle Schnabel. Bläßrallen sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher und verteidigen insbesondere während der Brutzeit ihre Reviere sehr energisch.
Größe: 36–42 cm
Gewicht: 600–1.000 g
Spannweite: 70–80 cm
Erscheinungsbild: Kräftiger, dunkel gefärbter Wasservogel mit weißem Schnabel und markanter Stirnplatte; rote Augen
Art: Wasservogel aus der Familie der Rallen (Rallidae)
Lebensraum: Seen, Teiche, Altarme, langsam fließende Gewässer, Kanäle und städtische Parks mit ausreichender Ufervegetation
Vorkommen
Die Bläßralle ist in weiten Teilen Europas, Asiens, Nordafrikas und Australiens verbreitet. In Mitteleuropa ist sie sowohl Brutvogel als auch Stand- oder Kurzstreckenzieher. Ein großer Teil der Population verbleibt ganzjährig an eisfreien Gewässern, während nördliche Brutvögel im Winter in mildere Regionen ausweichen.
In Deutschland ist die Bläßralle flächendeckend an stehenden und langsam fließenden Gewässern zu finden, insbesondere dort, wo dichte Röhrichtzonen mit offenen Wasserflächen kombiniert sind.
Nahrung und Verhalten
Bläßrallen sind Allesfresser mit pflanzlichem Schwerpunkt. Sie ernähren sich von Wasserpflanzen, Algen, Samen, Gräsern sowie von Kleintieren wie Insekten, Schnecken, Würmern und kleinen Fischen. Die Nahrung wird schwimmend, tauchend oder gründelnd aufgenommen.
Typisch ist ihr durchsetzungsstarkes Verhalten. Bläßrallen verteidigen Nahrungs- und Brutreviere mit Drohgebärden, Verfolgungsjagden und gelegentlichen Kämpfen. Außerhalb der Brutzeit sind sie hingegen oft gesellig und bilden größere Ansammlungen, besonders im Winter.
Brutzeit und Aufzucht
Die Brutzeit beginnt meist im April und kann bis in den Juli andauern. Das Nest wird aus Pflanzenmaterial gebaut und schwimmend oder gut im Schilf verankert angelegt. Es befindet sich meist in dichter Ufervegetation und ist vom Wasser aus gut erreichbar. Das Gelege umfasst in der Regel 6–10 Eier, die von beiden Elternteilen etwa 21–24 Tage lang bebrütet werden. Die Küken sind Nestflüchter, können schwimmen und tauchen bereits kurz nach dem Schlupf, bleiben jedoch mehrere Wochen in der Obhut der Eltern. Auffällig sind die orange-roten Kopfpartien der Jungvögel.
Nach etwa 7–8 Wochen sind die Jungvögel weitgehend selbstständig, werden aber oft noch eine Zeit lang von den Altvögeln geduldet oder geführt.
Stimme
Die Bläßralle ist eine sehr ruffreudige Art mit einem breiten Lautrepertoire. Typisch sind scharfe, knarrende und nasale Rufe, etwa ein lautes „karrk“, „kik“ oder „krrääh“. Diese Laute sind besonders während der Brutzeit häufig zu hören und dienen der Revierverteidigung sowie der Kommunikation zwischen den Partnern.
In der Dämmerung und nachts sind Bläßrallen oft akustisch besonders präsent. Ihre durchdringenden Rufe gehören zu den prägenden Geräuschen vieler Seen und Teichlandschaften.


















