Begegnung am Flussufer
Direkt am Ufer der Wupper verbringe ich gern ein paar Stunden. Hier gibt es immer etwas zu entdecken: Eisvogel und Wasseramsel sind regelmäßige Gäste, und auch Nutria und Bisamratte schauen oft vorbei. Ich suche mir dafür einen ruhigen Platz am Wasser, mache es mir bequem und entspanne mich beim Rauschen des Wassers. Je stiller ich bin, desto mehr zeigt sich das Leben um mich herum. Ich bin hier Gast. Ich halte Abstand, bleibe geduldig und lasse mich überraschen, was für ein Schauspiel mir die Natur bietet.
Nach rund zwei Stunden war er plötzlich da, wie aus dem Nichts. Der Eisvogel setzte sich auf seinen vertrauten Ansitzast, warf einen kurzen Blick in die Runde und begann, das Wasser abzusuchen. Wenig später kam ein zweiter dazu. Die beiden riefen sich eifrig zu, zogen ein paar Kurven und verschwanden gemeinsam in einem ruhigen Seitenarm der Wupper. Für gute zweieinhalb Stunden sollte ich sie nun nicht mehr zu Gesicht bekommen.
Und wie ich so stundenlang am Ufer liege und auf die nächste Begegnung warte, merke ich, dass ich nicht zu wenig sehe, sondern oft nur das übersehe, was die ganze Zeit um mich herum passiert. So auch hier: Nach einer Weile fielen mir direkt vor mir diese zahllosen Spinnennetze auf, wie kleine Kunstwerke in den Gräsern.
