Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist wohl einer unserer bekanntesten und elegantesten Wasservögel. Wer ihn im Frühling beobachtet, wird oft Zeuge eines faszinierenden Balletts auf dem Wasser! Er sieht zwar ein bisschen so aus, ist aber gar keine Ente, sondern gehört zur Familie der Lappentaucher. Das bedeutet: Statt durchgehender Schwimmhäute hat er breite, blattartige Hautlappen an jedem einzelnen Zeh, die ihn beim Tauchen wie Schwimmflossen antreiben. Im Wasser bewegt sich der Haubentaucher äußerst anmutig. Wenn er Gefahr wittert, fliegt er meistens nicht weg, sondern drückt die Federn an und taucht blitzschnell und fast geräuschlos ab – wie ein kleines U-Boot!
Größe: 46–51 cm
Gewicht: 750–1.200 g
Spannweite: 59–73 cm
Erscheinungsbild: Langer, schlanker Hals und ein spitzer, dolchartiger Schnabel. Im Sommer (Prachtkleid) trägt er seinen namensgebenden Kopfschmuck: eine auffällige, zweizipfelige dunkle Federhaube und einen rostbraun-schwarzen Backenbart. Im Winter (Schlichtkleid) sieht er viel unauffälliger aus, mit weißem Gesicht, weißem Hals und graubraunem Rücken.
Art: Lappentaucher aus der Familie der Lappentaucher (Podicipedidae)
Lebensraum: Größere, fischreiche Seen und Teiche mit einem dichten Schilfgürtel zum Verstecken; im Winter auch auf großen Flüssen und an Küsten.
Vorkommen
Der Haubentaucher ist in weiten Teilen Europas und Asiens zu Hause. In Deutschland ist er ein sehr häufiger Brutvogel und fehlt an kaum einem größeren See. Er gehört zu den sogenannten Teilziehern. Wenn die kleineren Gewässer im Winter zufrieren, verlassen viele Vögel ihre Brutreviere und sammeln sich oft in riesigen Gruppen auf den großen, offenen Seen (wie zum Beispiel dem Bodensee), auf großen Flüssen oder an der Nord- und Ostseeküste.
Nahrung und Verhalten
Als geschickter Jäger ernährt sich der Haubentaucher fast ausschließlich von kleinen Fischen (wie Rotaugen oder Ukeleis), fängt aber auch gerne Wasserinsekten oder kleine Krebse. Er jagt auf Sicht unter Wasser, taucht bis zu sieben Meter tief und erwischt seine Beute mit dem spitzen Schnabel wie mit einer Pinzette. Ein besonders witziges, aber wichtiges Detail: Haubentaucher fressen regelmäßig ihre eigenen Federn! Im Magen bilden diese Federn eine Art weiches Kissen. Das umhüllt die spitzen Fischgräten und schützt den Vogel davor, sich von innen den Magen zu verletzen.
Brutzeit und Aufzucht
Die Brutzeit beginnt meistens im April. Das Nest des Haubentauchers ist ein echtes schwimmendes Haus! Es wird aus Schilf, Ästen und nassen Wasserpflanzen gebaut und an Halmen im Röhricht verankert, damit es nicht abtreibt. Ein Gelege umfasst meist 3–5 Eier, die von beiden Eltern abwechselnd etwa 27–29 Tage bebrütet werden. Verlässt ein Elternteil kurz das Nest, deckt es die Eier raffiniert mit Pflanzen ab, um sie vor Eierdieben zu verstecken. Die frisch geschlüpften Küken sehen mit ihrem schwarz-weiß gestreiften Kopf ein bisschen aus wie kleine Wildschweine (Frischlinge). Da das Wasser oft noch recht frisch ist, klettern die Küken direkt ins warme Gefieder auf den Rücken der Eltern.
Dort lassen sie sich wie auf einem flauschigen Boot chauffieren – die Eltern tauchen manchmal sogar mit den Babys unter den Flügeln ab! Nach etwa 70 bis 80 Tagen sind die Jungen dann komplett selbstständig.
Stimme
Besonders im Frühling macht der Haubentaucher lautstark auf sich aufmerksam. Sein Ruf klingt wie ein raues, bellendes oder knarrendes „krra-arr“ oder ein lautes „keck-keck-keck“. Sein absolutes Highlight ist jedoch stumm: Der spektakuläre „Pinguintanz“ bei der Balz. Männchen und Weibchen schwimmen dabei aufeinander zu, recken sich steil wie Pinguine aus dem Wasser, schütteln die Köpfe und überreichen sich als „Geschenk“ oft ein Bündel nasser Wasserpflanzen. Ein echtes Schauspiel für jeden Vogelbeobachter!









