Der Kormoran (Phalacrocorax carbo) ist ein großer, fischfressender Wasservogel, der an Küsten wie auch an Binnengewässern weit verbreitet ist. Mit seinem dunklen Gefieder, dem langen Hals und dem kräftigen Hakenschnabel ist er unverwechselbar. Nach starkem Bestandsrückgang im 20. Jahrhundert hat sich der Kormoran dank Schutzmaßnahmen in vielen Regionen Europas erfolgreich erholt. Typisch für den Kormoran ist sein Verhalten nach der Nahrungssuche: Mit ausgebreiteten Flügeln sitzt er auf Pfählen, Bäumen oder Felsen, um sein Gefieder zu trocknen – ein markantes Bild an vielen Gewässern.
Größe: 80–100 cm
Gewicht: 2–3,5 kg
Spannweite: 130–160 cm
Erscheinungsbild: Großer, dunkel gefärbter Vogel mit langem Hals, keilförmigem Schwanz und kräftigem Schnabel mit Haken; zur Brutzeit oft mit weißem Kehl- und Schenkelfleck; Jungvögel bräunlich mit heller Unterseite
Art: Wasservogel aus der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae)
Lebensraum: Küsten, Flüsse, Seen, Stauseen und Teichlandschaften
Vorkommen
Der Kormoran ist in Europa, Asien, Afrika, Australien und Nordamerika verbreitet. In Europa kommt er flächendeckend vor, mit Schwerpunkten an Küsten und größeren Binnengewässern. In Deutschland ist er ganzjährig anzutreffen, wobei im Winter zusätzliche Vögel aus Nord- und Osteuropa einwandern. Er bevorzugt fischreiche Gewässer und benötigt ruhige Plätze zum Brüten und Ruhen, etwa Inseln, Schilfzonen oder Bäume in Gewässernähe.
Nahrung und Verhalten
Der Kormoran ernährt sich fast ausschließlich von Fischen, die er tauchend jagt. Dabei kann er mehrere Meter tief tauchen und bleibt bis zu einer Minute unter Wasser. Er verschlingt seine Beute meist im Ganzen, größere Fische werden an der Wasseroberfläche geschickt gedreht. Kormorane jagen sowohl einzeln als auch in Gruppen, besonders in flachen Gewässern. Ihr Flug ist kraftvoll, mit schnellen Flügelschlägen, und oft dicht über der Wasseroberfläche. Außerhalb der Brutzeit sind sie sehr gesellig und sammeln sich in großen Schlafgemeinschaften.
Brutzeit und Aufzucht
Die Brutzeit beginnt meist im März oder April. Kormorane brüten in Kolonien, oft auf Bäumen, Felsen, Inseln oder in Schilfbeständen. Das Nest ist eine große, stabile Plattform aus Ästen und Pflanzenmaterial. Ein Gelege umfasst in der Regel 3–5 Eier, die etwa 23–30 Tage lang von beiden Elternteilen bebrütet werden. Die Jungvögel schlüpfen nackt und hilflos und werden intensiv betreut. Nach etwa 7–8 Wochen sind sie flugfähig, bleiben aber noch einige Zeit in der Nähe der Kolonie. Häufig gibt es eine Jahresbrut.
Stimme
Der Kormoran ist außerhalb der Brutkolonien meist still. In den Brutgebieten hingegen ist er ausgesprochen lautstark. Seine Stimme besteht aus tiefen, rauen, grunzenden oder krächzenden Lauten, die besonders bei Auseinandersetzungen um Nistplätze oder bei der Fütterung der Jungen zu hören sind. Die akustische Kulisse großer Kolonien wirkt oft rau und ungeordnet und ist ein typisches Merkmal aktiver Brutplätze.










