Der Mittelsäger

Der Mittelsäger (Mergus serrator) ist eine schlanke, elegante Tauchente aus der Gruppe der Säger, die sich durch ihren langen, schmalen Schnabel mit feinen Zähnchen und die auffällige Federhaube auszeichnet. Er ist ein spezialisierter Fischjäger und vor allem an Küstengewässern sowie größeren Seen anzutreffen. Im Winter zählt er zu den typischen Wasservögeln der Nord- und Ostsee. Der Mittelsäger wirkt im Vergleich zu anderen Entenarten besonders stromlinienförmig. Sein wendiger Flug und seine schnellen Tauchgänge machen ihn zu einem effizienten Jäger unter Wasser.

Größe: 52–58 cm
Gewicht: 900–1.300 g
Spannweite: 67–82 cm
Erscheinungsbild: Schlanker Körper mit langem Hals; Männchen im Prachtkleid mit grünlich schimmerndem Kopf, auffälliger, zotteliger Federhaube, weißem Halsring, rotbrauner Brust und grauem Körper; Weibchen graubraun mit rotbraunem Kopf und deutlicher Haube
Art: Tauchente aus der Familie der Entenvögel (Anatidae), Unterfamilie der Säger
Lebensraum: Küstengewässer, Bodden, Buchten, große Seen und Flüsse; zur Brutzeit auch an klaren Binnengewässern in Nord- und Osteuropa

Vorkommen

Der Mittelsäger ist in der nördlichen Hemisphäre verbreitet. Seine Brutgebiete liegen vor allem in Skandinavien, Island, Nordrussland, Kanada und Alaska. In Mitteleuropa tritt er überwiegend als Wintergast auf. In Deutschland ist er hauptsächlich an den Küsten der Nord- und Ostsee, an Boddengewässern sowie auf größeren Seen zu beobachten. Er ist ein Kurz- bis Mittelstreckenzieher; viele Vögel ziehen im Winter in eisfreie Küstenregionen, während einige Populationen standorttreu bleiben.

Nahrung und Verhalten

Der Mittelsäger ernährt sich fast ausschließlich von Fischen, ergänzt durch Krebstiere und größere Wasserinsekten. Er jagt tauchend und verfolgt seine Beute aktiv unter Wasser. Dank seines schmalen, gezähnten Schnabels kann er glitschige Fische sicher festhalten. Beim Jagen taucht er regelmäßig mehrere Meter tief und bleibt bis zu 30 Sekunden unter Wasser. Außerhalb der Brutzeit ist er gesellig und tritt häufig in kleinen Gruppen auf. Sein Flug ist schnell und kraftvoll, mit raschen Flügelschlägen dicht über der Wasseroberfläche.

Brutzeit und Aufzucht

Die Brutzeit beginnt meist im Mai. Der Mittelsäger brütet bevorzugt in Küstennähe oder an klaren Binnengewässern mit guter Nahrungsverfügbarkeit. Das Nest wird gut versteckt am Boden angelegt, häufig unter Büschen, in dichter Vegetation oder zwischen Felsen. Anders als die Schellente ist er kein typischer Höhlenbrüter. Ein Gelege umfasst in der Regel 6–12 Eier, die ausschließlich vom Weibchen etwa 28–35 Tage lang bebrütet werden. Das Männchen verlässt das Brutrevier frühzeitig.

Die Küken sind Nestflüchter und folgen der Mutter kurz nach dem Schlüpfen zum Wasser. Sie sind von Beginn an schwimmfähig, bleiben jedoch mehrere Wochen unter Führung des Weibchens. Nach etwa 50–60 Tagen sind die Jungvögel flugfähig.

Stimme

Der Mittelsäger ist insgesamt eher ruffaul. Während der Balz gibt das Männchen leise, heisere oder schnurrende Laute von sich, die meist nur aus kurzer Entfernung wahrnehmbar sind. Das Weibchen äußert gelegentlich raue, kurze Rufe zur Kontaktaufnahme mit den Küken oder bei Störungen. Insgesamt spielt die Stimme beim Mittelsäger eine untergeordnete Rolle – seine Präsenz wird vor allem durch das auffällige Erscheinungsbild und das aktive Jagdverhalten bestimmt.