Der Sperber

Der Sperber (Accipiter nisus) ist ein kleiner bis mittelgroßer Greifvogel, der für seine rasanten und wendigen Jagdflüge bekannt ist. Er ist ein spezialisierter Vogeljäger und oft ein überraschender Gast an winterlichen Futterhäuschen. Mit seinen kurzen, abgerundeten Flügeln und dem langen Schwanz ist er perfekt an die Jagd im dichten Unterholz oder in strukturreichen Gärten angepasst. Der Sperber wirkt im Flug extrem wendig und agil. Seine Jagdtechnik gleicht einem echten Überraschungsangriff: Nach einem rasanten Flug dicht über dem Boden oder geschickt durch Hecken hindurch schlägt er im Bruchteil einer Sekunde zu.

Größe: 28–38 cm (Männchen deutlich kleiner als Weibchen)
Gewicht: 110–340 g
Spannweite: 55–80 cm
Erscheinungsbild: Kurze Flügel und langer Schwanz; das Männchen (Terzel) mit blaugrauer Oberseite und rostrot quergebänderter Brust; das deutlich größere Weibchen mit graubrauner Oberseite und dunkel quergebänderter ("gesperberter") Brust; auffällige leuchtend gelbe Augen.
Art: Greifvogel aus der Familie der Habichtartigen (Accipitridae)
Lebensraum: Wälder (besonders Nadel- und Mischwälder), Parks, Friedhöfe und gartenreiche Siedlungen.

Vorkommen

Der Sperber ist in fast ganz Europa sowie in Teilen Asiens und Nordafrikas verbreitet. Seine Brutgebiete erstrecken sich von dichten Waldgebieten bis hin zu städtischen Grünanlagen, solange es ausreichend Versteckmöglichkeiten und Beute gibt. In Deutschland ist er ein flächendeckend verbreiteter Brutvogel. Die meisten heimischen Sperber sind Standvögel und bleiben das ganze Jahr über in ihrem Revier. Im Winterhalbjahr bekommen sie jedoch oft Zuzug von Sperbern aus Nord- und Osteuropa, die vor der großen Kälte im Norden ausweichen.

Nahrung und Verhalten

Der Sperber ernährt sich fast ausschließlich von kleinen bis mittelgroßen Singvögeln. Das flinke, kleine Männchen jagt vor allem Meisen, Sperlinge und Finken, während das deutlich kräftigere Weibchen auch größere Vögel wie Amseln, Stare oder Tauben erbeuten kann. Er ist ein klassischer Überraschungsjäger, der Deckung wie Hecken, Zäune oder Hauswände geschickt nutzt, um sich fast unsichtbar anzuschleichen. Meist lauert er im Verborgenen und startet dann einen extrem schnellen Sprint. Außerhalb der Brutzeit lebt der Sperber als Einzelgänger.

Brutzeit und Aufzucht

Die Brutzeit beginnt meist im April oder Mai. Das Nest (der sogenannte Horst) wird gut versteckt in den Baumkronen erbaut, häufig dicht am Stamm von dichten Nadelbäumen. Es besteht aus trockenen Zweigen. Das Weibchen übernimmt den Hauptteil des Nestbaus, während das Männchen eifrig das Baumaterial heranschafft. Ein Gelege umfasst in der Regel 4–6 Eier, die hauptsächlich vom Weibchen etwa 33–35 Tage lang bebrütet werden. In dieser ganzen Zeit wird das Weibchen vom Männchen komplett mit Nahrung versorgt.

Die flauschigen Küken sind Nesthocker. In den ersten Wochen bewacht das Weibchen die Jungen ununterbrochen im Nest, während das Männchen weiterhin das Futter jagt und anliefert. Nach etwa 24–30 Tagen sind die Jungvögel flugfähig, werden aber noch einige Wochen von den Eltern gefüttert und bei der Jagd angelernt.

Stimme

Der Sperber ist außerhalb der Brutzeit eher unauffällig und stumm. In der Nähe des Nestes und während der Balz hört man jedoch oft ein schnelles, aufgereihtes und helles „kik-kik-kik-kik“, besonders wenn das Männchen Beute an das Weibchen übergibt oder um bei Gefahr zu warnen. Insgesamt verrät der Sperber seine Anwesenheit aber eher selten durch laute Rufe. Meist ist es das plötzliche, panische Auffliegen und das laute Schimpfen der Kleinvögel im Garten, das diesen faszinierenden Jäger ankündigt.