Die Knäkente

Die Knäkente (Spatula querquedula) ist eine kleine, elegante Schwimmente, die für ihre auffällige Kopfzeichnung im Prachtkleid bekannt ist. Sie ist ein hochspezialisierter Zugvogel und im Frühjahr ein gern gesehener, wenngleich seltener Gast an flachen Gewässern. Mit ihrem leichten Körperbau ist sie perfekt an das Leben in dicht bewachsenen Flachwasserzonen und Überschwemmungsgebieten angepasst. Die Knäkente wirkt im Flug sehr flink und wendig. Sie kann, typisch für Schwimmenten, fast senkrecht und ohne Anlauf aus dem Wasser auffliegen. Ihr Flug ist schnell und oft durch plötzliche Richtungswechsel gekennzeichnet.

Größe: 37–41 cm
Gewicht: 300–450 g
Spannweite: 59–67 cm
Erscheinungsbild: Zierliche Gestalt; das Männchen im Prachtkleid besticht durch einen breiten, sichelförmigen weißen Überaugenstreif auf braunem Kopf und graue Flanken; das Weibchen ist unauffällig braun geschuppt, ähnlich der Krickente, aber mit kontrastreicherer Kopfzeichnung. Im Schlichtkleid ähnelt das Männchen dem Weibchen.
Art: Schwimmente aus der Familie der Entenvögel (Anatidae)
Lebensraum: Flache, vegetationsreiche Binnengewässer, Sümpfe, Feuchtwiesen und Überschwemmungsflächen.

Vorkommen

Die Knäkente ist in weiten Teilen Europas und Asiens verbreitet. Ihre Brutgebiete erstrecken sich über gemäßigte Breiten, in denen es flache, nährstoffreiche Gewässer gibt. In Deutschland ist sie ein seltener und streng geschützter Brutvogel, dessen Bestände leider rückläufig sind. Die Knäkente ist der einzige reine Langstreckenzieher unter den heimischen Enten: Sie verlässt uns bereits im Spätsommer und überwintert südlich der Sahara in Afrika oder im südlichen Asien, bevor sie im späten Frühjahr (meist im März oder April) zurückkehrt.

Nahrung und Verhalten

Die Knäkente ist ein Allesfresser, wobei in der Brutzeit tierische Nahrung oft überwiegt. Sie ernährt sich von Wasserinsekten, deren Larven, kleinen Krebstierchen, Schnecken sowie von Samen und grünen Teilen von Wasserpflanzen. Bei der Nahrungssuche "gründelt" sie oft oder seiht flach an der Wasseroberfläche schwimmend mit schnellen, schnatternden Schnabelbewegungen winzige Nahrungspartikel aus dem Wasser. Sie ist sehr scheu und hält sich bevorzugt in der schützenden Ufervegetation auf. Außerhalb der Brutzeit und auf dem Zug ist sie sehr gesellig und schließt sich oft zu kleinen bis mittelgroßen Schwärmen zusammen.

Brutzeit und Aufzucht

Die Brutzeit beginnt recht spät, meist im Mai, da die Vögel erst im späten Frühjahr aus dem Winterquartier eintreffen. Das Nest wird gut versteckt am Boden in dichter Vegetation (wie Seggen oder hohem Gras), meist in unmittelbarer Wassernähe, errichtet. Es besteht aus einer flachen Mulde, die das Weibchen mit feinen Pflanzenteilen und eigenen, dunklen Daunen auskleidet. Ein Gelege umfasst in der Regel 8–11 Eier, die ausschließlich vom Weibchen etwa 21–23 Tage lang bebrütet werden.

Das Männchen verlässt das Weibchen oft schon zu Beginn der Brutzeit, um sich mit anderen Erpeln zur Mauser zurückzuziehen. Die flauschigen Küken sind klassische Nestflüchter. Sie verlassen kurz nach dem Schlüpfen das Nest, werden vom Weibchen aufs Wasser geführt und suchen von Anfang an selbstständig nach Nahrung. Nach etwa 35–40 Tagen sind die Jungvögel flugfähig.

Stimme

Der Name der Knäkente leitet sich von den markanten Rufen des Männchens während der Balz ab. Der Erpel erzeugt ein schnarrendes oder ratterndes „knärr-e-kärr“, das daran erinnert, als würde man mit dem Daumen über die Zinken eines harten Kamms streichen. Das Weibchen ist deutlich ruhiger und äußert nur gelegentlich ein kurzes, helles „quak“ oder ein leises „gägg“, oft wenn es aufgescheucht wird. Insgesamt verrät die Knäkente ihre Anwesenheit im Frühjahr oft durch diesen unverkennbaren, schnarrenden Ruf der Erpel aus dem dichten Röhricht, noch bevor man den scheuen Vogel zu Gesicht bekommt.