Die Nilgans

Die Nilgans (Alopochen aegyptiaca) fällt an unseren Gewässern sofort auf! Sie ist eigentlich gar keine echte Gans, sondern gehört zu den sogenannten „Halbgänsen“ – sie steht von der Verwandtschaft her genau zwischen den Enten und den Gänsen. Ursprünglich stammt sie aus Afrika (daher auch der Name, der an den Fluss Nil erinnert). Weil sie aber so anpassungsfähig und clever ist, fühlt sie sich mittlerweile auch bei uns pudelwohl und ist an vielen Stadtteichen ein ständiger, wenn auch manchmal etwas streitlustiger Gast. Die Nilgans verbringt im Vergleich zu Tauchenten sehr viel Zeit an Land. Dank ihrer langen Beine kann sie dort flink umherlaufen und auf Wiesen grasen.

Größe: 63–73 cm
Gewicht: 1.500–2.300 g
Spannweite: 134–154 cm
Erscheinungsbild: Unverwechselbar durch den großen, dunkelbraunen Fleck rund um die Augen (wie eine kleine Zorro-Maske!) und einen braunen Ring um den Hals. Das Gefieder ist ansonsten graubraun, Schnabel und die langen Beine sind rosa. Im Flug leuchten große, blendend weiße Felder auf den Flügeln. Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus.
Art: Halbgans aus der Familie der Entenvögel (Anatidae) Lebensraum: Stadtparks, Baggerseen, Flüsse, Überschwemmungsflächen und angrenzende Wiesen oder Felder.

Vorkommen

Ihre eigentliche Heimat liegt in Afrika, südlich der Sahara und im Niltal. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde sie wegen ihres hübschen Aussehens als Ziervogel für Parks nach Europa gebracht. Viele Vögel sind ausgebüxt oder wurden freigelassen. Heute hat sich die Nilgans in Deutschland und weiten Teilen Europas stark ausgebreitet. Man nennt sie daher auch ein „Neozoon“ (ein tierischer Neubürger). Weil sie so robust ist, bleibt sie auch im tiefsten Winter bei uns und zieht nicht in den Süden.

Nahrung und Verhalten

Nilgänse sind fast reine Vegetarier. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Gräser, Kräuter, Blätter, Samen und auf Feldern auch gerne mal Getreide. Gelegentlich schnappen sie sich aber auch Würmer oder kleine Insekten. Sie gelten als extrem selbstbewusst und territorial. Besonders wenn es um den besten Nistplatz oder um Futter geht, fackeln Nilgänse nicht lange. Sie plustern sich auf und vertreiben lautstark und aggressiv andere Wasservögel – selbst solche, die deutlich größer sind als sie!

Brutzeit und Aufzucht

Bei der Wahl ihres Nestes ist die Nilgans unglaublich kreativ. Sie brütet am Boden im dichten Gebüsch, auf kleinen Inseln, aber sehr gerne auch hoch oben in Bäumen! Dort kapert sie einfach verlassene Nester von Krähen oder Greifvögeln oder nutzt große Baumhöhlen. Oft brüten sie schon sehr früh im Jahr, manchmal sogar schon im Februar oder März. Das Gelege besteht aus 5–12 Eiern, die das Weibchen etwa 28–30 Tage bebrütet. Das Männchen hält währenddessen streng Wache.

Wie bei allen Entenvögeln sind die Küken Nestflüchter. Wenn sie in einem Baum geschlüpft sind, müssen die winzigen Flaumbälle mutig aus teils großer Höhe auf den Boden springen, um ihren Eltern zum Wasser zu folgen! Nach etwa 70 bis 75 Tagen können die Jungvögel fliegen.

Stimme

Die Nilgans ist alles andere als leise. Besonders wenn sie aufgeregt ist oder ihr Revier verteidigt, gibt es ein ordentliches Spektakel. Das Männchen gibt eher heisere, keuchende oder fauchende Laute von sich. Das Weibchen hingegen schnattert und trompetet sehr laut, hart und durchdringend.