Die Pfeifente

Die Pfeifente (Mareca penelope) ist eine mittelgroße Gründelente, die für ihren markanten Pfeifruf und ihr oft gänseartiges Weideverhalten bekannt ist. Sie ist ein spezialisierter Pflanzenfresser und in der kalten Jahreszeit oft in großen, geselligen Schwärmen an unseren Gewässern anzutreffen. Mit ihrem runden Kopf und dem kurzen Schnabel ist sie perfekt an das Abweiden von Gräsern an Land und an der Wasseroberfläche angepasst. Die Pfeifente wirkt im Flug sehr schnell und wendig. Häufig fliegen die Tiere in dichten, rasanten Schwärmen, wobei ihre spitzen Flügel und der strahlend weiße Bauch (besonders beim Männchen) gut zu erkennen sind.

Größe: 45–51 cm
Gewicht: 500–1.000 g
Spannweite: 75–86 cm
Erscheinungsbild: Das Männchen (Erpel) trägt im Prachtkleid einen fuchsroten Kopf mit einer auffälligen, leuchtend gelblichen Stirnblässe, eine rosafarbene Brust und graue Flanken; das Weibchen ist unscheinbar bräunlich gesprenkelt und bietet perfekte Tarnung; beide Geschlechter haben einen blaugrauen Schnabel mit schwarzer Spitze.
Art: Gründelente aus der Familie der Entenvögel (Anatidae)
Lebensraum: Brütet an flachen, vegetationsreichen Seen und Mooren in der Taiga und Tundra; überwintert an Küsten, Flussmündungen, Binnenseen und Überschwemmungsflächen.

Vorkommen

Die Pfeifente brütet im nördlichen Eurasien, von Island und Schottland über Skandinavien bis weit nach Ostsibirien. Ihre Brutgebiete liegen meist an flachen Binnengewässern in offenen, baumlosen Landschaften oder in lichten Wäldern. In Deutschland ist sie als Brutvogel eine absolute Ausnahmeerscheinung. Sie ist hierzulande jedoch ein überaus zahlreicher und regelmäßiger Durchzügler und Wintergast. Von Herbst bis Frühjahr sammeln sich große Schwärme, vor allem an den Küsten von Nord- und Ostsee, im Wattenmeer, aber auch an größeren Binnenseen und auf feuchten Grünlandgebieten, um dem strengen Frost ihrer nördlichen Heimat auszuweichen.

Nahrung und Verhalten

Die Pfeifente ernährt sich fast ausschließlich vegetarisch. Während andere Gründelenten ihre Nahrung hauptsächlich im flachen Wasser suchen, weidet die Pfeifente häufig wie eine kleine Gans an Land. Auf feuchten Wiesen und Uferweiden zupft sie mit ihrem kräftigen, kurzen Schnabel geschickt Gräser und Kräuter ab. Im Wasser frisst sie Wasserpflanzen und Algen. Sie ist ein extrem geselliger Vogel. Außerhalb der Brutzeit lebt die Pfeifente so gut wie nie allein, sondern schließt sich zu großen Trupps oder gar riesigen Schwärmen zusammen. Oft sucht sie die Nähe von Tauchenten oder Schwänen, um an Pflanzenteile zu gelangen, die diese aus der Tiefe an die Wasseroberfläche befördern.

Brutzeit und Aufzucht

Die Brutzeit beginnt meist im späten Mai oder Juni. Das Nest wird vom Weibchen gut versteckt am Boden in der dichten Ufervegetation, oft unter Büschen oder im hohen Gras, errichtet. Es besteht aus einer flachen Mulde, die mit umgebendem Pflanzenmaterial und später mit weichen, dunklen Daunen aus der eigenen Brust ausgepolstert wird. Ein Gelege umfasst in der Regel 7–10 Eier, die ausschließlich vom Weibchen etwa 24–25 Tage lang bebrütet werden.

Das Männchen hält sich anfangs noch in der Nähe des Nestes auf, verlässt das Revier jedoch meist schon vor dem Schlüpfen der Jungen, um sich mit anderen Erpeln zur Mauser zurückzuziehen. Die flauschigen Küken sind Nestflüchter. Schon wenige Stunden nach dem Schlüpfen folgen sie der Mutter aufs Wasser und suchen von Beginn an selbstständig nach Nahrung (in den ersten Tagen noch ergänzt durch kleine Insekten). Nach etwa 40–45 Tagen sind die Jungvögel flugfähig und selbstständig.

Stimme

Die Pfeifente ist ein überaus ruffreudiger Vogel, was besonders in den großen Winterschwärmen auffällt. Ihr Name ist Programm: Das Männchen lässt ein sehr lautes, helles und weit tragendes Pfeifen erklingen, das wie ein melodisches „wiuu“ oder „phiiu“ klingt. Dieses Pfeifen ist oft schon aus großer Entfernung zu hören und verrät die Anwesenheit der Schwärme. Das Weibchen pfeift hingegen nicht, sondern antwortet meist mit einem tiefen, rauen und schnarrenden „karr“ oder „kr-r-r-r“. Zusammen ergibt dies die typische, lebhafte Geräuschkulisse eines Pfeifentenschwarms.