Das Vogeljahr

Monat für Monat durch die Welt der heimischen Vögel


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„In frostigen Januarnächten herrscht Stille. Doch in den Wipfeln stecken die Eulen bereits ihre Reviere ab, während geschäftige Trupps durch die Nadelwälder streifen.“

Zug & Wanderung

Wintergäste: Enten, Säger und Möwen aus Nord- und Osteuropa überwintern auf eisfreien Gewässern.

Futtertrupps: Kleine Singvögel schließen sich zu gemischten Nahrungsgruppen zusammen.

Verhalten & Revier

Revierrufe: Der Waldkauz ruft in klaren Winternächten. Sein Revier hält er seit dem Herbst besetzt, im Februar beginnt die Frühjahrsbalz.

Nahrungssuche: Das Wintergoldhähnchen sucht unermüdlich im dichten Fichtengehölz nach Insekten.

Foto-Tipp

Sonnige Wintertage in Immergrün- und Nadelbeständen nutzen. Kurze Belichtungszeiten halten die flinken kleinen Vögel scharf.


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„Wenn der Spätwinter die Landschaft noch im Griff hat, kehren die ersten Zugvögel zurück, und in den Reiherkolonien beginnt der Horstbau.“

Zug & Wanderung

Frühzieher: Ab Mitte Februar treffen die ersten Kiebitze in den Brutgebieten ein. Stare besetzen teils schon Ende des Monats ihre Reviere.

Heimzug: Sperber, die den Winter bei uns verbracht haben, ziehen ab Februar zurück in ihre Brutgebiete im Nordosten.

Verhalten & Revier

Noch im Trupp: Schwanzmeisen sind weiter in Gruppen unterwegs. Ihre Brutzeit beginnt Ende März.

Reiherkolonien: Graureiher beziehen ab Mitte Februar ihre Brutplätze und beginnen mit dem Horstbau.

Foto-Tipp

Lichtdurchflutete Waldränder an Spätwinternachmittagen nutzen, um Greifvögel auf freien Ansitzen freizustellen.


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„Der März bricht das Eis. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen besetzen die Heimkehrer ihre Reviere und an den Bächen beginnt die Brautwerbung.“

Zug & Wanderung

Rückkehr: Der Zilpzalp trifft als einer der ersten Kurzstreckenzieher ein.

Revierbesetzung: Heimische Vögel verteidigen lautstark die besten Nistplätze.

Verhalten & Revier

Brutbeginn: Eisvögel beginnen frühestens im März mit der Brut. Ihre Brutröhre graben sie in steile Uferwände.

Reviergesang: Der unverwechselbare „Zilp-zalp“-Gesang ertönt aus noch unbelaubten Kronen.

Foto-Tipp

Früh morgens bodennah an Bachläufen ansitzen – das flache Licht hebt das glänzende Gefieder des Eisvogels perfekt hervor.


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„Das große Erwachen erreicht im April seinen Höhepunkt. In Gärten, Höhlen und an Gewässern beginnt das emsige Brutgeschäft.“

Zug & Wanderung

Rückkehr: Ab Mitte April treffen die Rauchschwalben in größerer Zahl ein, gegen Ende des Monats folgen die Mauersegler.

Uferleben: An Teichen und Seen herrscht reges Treiben der Wasservögel.

Verhalten & Revier

Nestbau: Blaumeisen polstern unermüdlich ihre Nistkästen und Baumhöhlen aus.

Nistplatzwahl: Nilgänse sind flexibel. Sie brüten am Boden, in Baumhöhlen und sogar in Nestern anderer Arten.

Foto-Tipp

Ansitz an blühenden Obstbäumen oder Uferzonen. Blaumeisen im Blütenmeer bringen tolle Frühlingsfarben ins Bild.


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„Im Mai pulsiert das Leben in voller Stärke. Die Dornenhecken füllen sich mit den letzten Rückkehrern und in den Höhlen hungern die Nestlinge.“

Zug & Wanderung

Spätzügler: Der Neuntöter trifft aus seinen afrikanischen Überwinterungsgebieten ein.

Vollbeschäftigung: Die meisten heimischen Brutvögel stecken jetzt mitten in der Brut- und Fütterungsphase.

Verhalten & Revier

Jagdstrategie: Neuntöter besetzen freie Dornenbüsche als Aussichtspunkte für die Insektenjagd.

Fütterung: Eisvögel fliegen in hoher Frequenz mit Fischen zur Brutröhre in der Uferwand.

Foto-Tipp

Heckenlandschaften am frühen Morgen ansteuern. Neuntöter sitzen bevorzugt auf den obersten Zweigen von Dornensträuchern.


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„Wenn die Tage am längsten sind, verlegen die Jungvögel ihre Rufe in die Gehölze und auf den Gewässern herrscht geschäftiges Familienleben.“

Zug & Wanderung

Standorttreue: Die Vogelwelt konzentriert sich voll auf das Heranziehen des Nachwuchses.

Versteckspiel: Das dichte Sommerlaub schützt die flüggen Jungvögel vor Blicken.

Verhalten & Revier

Zweitbrut: Amseln ziehen zwei bis drei Bruten im Jahr groß. Junge Waldkäuze werden im Juni selbstständig.

Nachwuchs: Zwergtaucher, die seit April brüten, führen jetzt ihre Küken.

Foto-Tipp

Geduld an verkrauteten Gewässerrändern mit schwimmender Vegetation – ideal für Aufnahmen der Taucherfamilien.

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„In der Hitze des Hochsommers ziehen sich viele Arten zurück, während erste Durchzügler auf feuchten Wiesen und Schlickflächen eintreffen.“

Zug & Wanderung

Früher Wegzug: Der Große Brachvogel sammelt sich bereits wieder auf feuchten Rastflächen.

Rastplätze: Grünschenkel, Kampfläufer und Dunkle Wasserläufer aus dem Norden legen erste Zwischenstopps ein.

Verhalten & Revier

Zweitbrut: Zwergtaucher beginnen in günstigen Jahren eine zweite oder sogar dritte Brut.

Mauserbeginn: Viele Altvögel verhalten sich während des Gefiederwechsels sehr bedeckt.

Foto-Tipp

Bodennahes Arbeiten an flachen Schlamm- und Wassersäumen bringt den majestätischen Schnabel des Brachvogels perfekt zur Geltung.


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„Die Felder sind abgeerntet, der Spätsommer brennt auf den Weiden. Für Insektenjäger und Mückenfänger schlägt die intensivste Zeit vor dem Abflug.“

Zug & Wanderung

Noch da: Der Zilpzalp lässt sich Zeit. Sein Wegzug beginnt erst Mitte September.

Aufbruch: Neuntöter ziehen seit Mitte Juli nach und nach in Richtung Ost- und Südafrika ab. Die meisten Mauersegler sind bis Mitte August fort.

Verhalten & Revier

Flügge: Die letzten jungen Neuntöter haben im Juli das Nest verlassen. Große Insekten sind die wichtigste Beute der Art.

Ansitzwechsel: Häufige Wechsel zwischen Pflöcken, Weidezäunen und Ansitzwarten.

Foto-Tipp

Sonnige Trockenrasen und Weidezäune am späten Nachmittag absuchen – ideale Ansitze für Neuntöter mit Beute.

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„Im September ist der Herbstzug in vollem Gang. Die Schlickflächen füllen sich mit rastenden Gästen aus dem Norden.“

Zug & Wanderung

Abreise: Neuntöter und Rauchschwalben ziehen gen Süden.

Durchzug: Alpenstrandläufer und andere nordische Watvögel rasten auf Schlick- und Wattflächen. Ihr Herbstzug dauert von August bis November.

Verhalten & Revier

Herbstbalz: Waldkäuze stecken mit Rufen ihre Reviere ab.

Gefieder: Viele Watvögel tragen nun ihr unauffälligeres Schlichtkleid.

Foto-Tipp

Flache Schlickzonen bei Sonnenaufgang ansteuern. Bodennahes Arbeiten bringt Watvögel perfekt auf Augenhöhe.


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„Das goldene Oktoberlicht lässt das Schilf aufleuchten. Während der Vogelzug den Himmel füllt, zeigen sich im Röhricht die Bartmeisen.“

Zug & Wanderung

Herbstzug: Ringeltauben ziehen in großen, dichten Schwärmen durch. Kiebitze rasten in Trupps auf Feldern und Wiesen.

Wintergäste: Ab Oktober treffen Sperber aus dem Nordosten ein und bleiben über den Winter.

Verhalten & Revier

Nahrungsumstellung: Bartmeisen stellen ihre Nahrung im goldenen Schilf von Insekten auf Samen um.

Schilfklettern: Lebhafte Trupps klettern mit metallischen, nasalen Rufen durchs Röhricht.

Foto-Tipp

Versteckte Ansitzplätze an Schilfkanten bei windstillem Morgenlicht wählen – Bartmeisen zeigen sich dann an den Halmspitzen.


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„Wenn kühle Nebelschleier über die Binnenseen ziehen, treffen die prachtvollen Wintergäste aus dem Norden und Osten bei uns ein.“

Zug & Wanderung

Nordische Gäste: Der Zwergsäger trifft im November ein. Auch Pfeif-, Tafel- und Schellenten aus Nord- und Osteuropa sind jetzt auf den Seen.

Truppbildung: Schwanzmeisen durchstreifen in geschäftigen Familienverbänden die Ufergehölze.

Verhalten & Revier

Tauchgänge: Zwergsäger tauchen nach kleinen Fischen und Wasserinsekten.

Wintergesang: Der Zaunkönig singt auch jetzt noch laut und schmetternd aus dichtem Gebüsch.

Foto-Tipp

Ruhige Uferzonen an großen Binnenseen im ersten kühlen Büchsenlicht beobachten. Ein Spektiv hilft beim Lokalisieren.


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„Im ruhigen Dezemberlicht schrumpft die Welt zusammen. Auf eisfreien Seen leuchten weiße Gefieder, während im Nadelwald emsige Ruhe herrscht.“

Zug & Wanderung

Überwinterung: Viele nordische Enten und Säger erreichen zwischen Dezember und Februar ihre höchsten Zahlen.

Winterreviere: Rotkehlchen verteidigen auch im Winter ein eigenes Revier, Männchen wie Weibchen.

Verhalten & Revier

Prachtkleid: Männliche Zwergsäger tragen ihr leuchtend weißes Prachtkleid mit schwarzer Maske.

Dauereinsatz: Das Wintergoldhähnchen muss täglich etwa so viel fressen, wie es selbst wiegt. Es sucht in Nadelbäumen nach winzigen Insekten und Spinnen.

Foto-Tipp

Spiegelungen auf ruhigen, eiskalten Binnenseen nutzen. Das weiße Gefieder des Zwergsägers erfordert genaue Belichtungskorrektur.